Leichte Trennwand bauen - so gelingt der Trockenbau

Verena Fischer .

12. Juni 2026

Mann baut eine Trennwand mit Gipskartonplatten und Akkuschrauber.

Ein offener Wohnbereich wirkt großzügig, ist aber nicht immer praktisch. Eine leichte Trennwand schafft schnell ein separates Arbeitszimmer, eine ruhige Schlafnische oder mehr Stauraum, ohne dass gleich gemauert werden muss. Ich zeige, welche Konstruktion sich für die Renovierung eignet, wie der Aufbau Schritt für Schritt gelingt, was Schallschutz und Feuchträume verlangen und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen sollten.

Die wichtigsten Entscheidungen für eine leichte Trennwand

  • Trockenbau ist für nichttragende Innenwände meist die schnellste und sauberste Lösung.
  • Ein übliches Ständerwerk besteht aus UW-Profilen am Boden und an der Decke sowie senkrechten CW-Profilen.
  • Für eine stabile Wand sollten die Ständerprofile meist im Abstand von 62,5 cm stehen, sofern das Plattensystem nichts anderes vorgibt.
  • Mineralwolle und sorgfältig abgedichtete Anschlüsse verbessern den Schallschutz deutlich.
  • Eine einfache Trockenbauwand kostet 2026 grob 35 bis 80 Euro pro m², eine stärker gedämmte oder doppelt beplankte Variante meist mehr.

Bau einer Trennwand im Gange. Gipskartonplatten sind angebracht, Spachtelmasse trocknet. Ein Eimer und Werkzeug liegen bereit.

Vor dem Bau Zweck, Position und Untergrund klären

Bevor ich Profile kaufe, lege ich zuerst fest, was die Wand leisten soll. Eine schlichte Raumteilung braucht weniger Aufbau als eine Wand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer, an der später Hängeschränke, eine Tür oder Sanitärobjekte befestigt werden.

Markieren Sie den Wandverlauf zunächst mit einem Laser oder einer Schlagschnur auf dem Boden. Übertragen Sie die Linie exakt an die Decke und prüfen Sie mit dem Lot, ob beide Markierungen übereinstimmen. Schon wenige Millimeter Abweichung fallen später an Türzarge, Sockelleiste und Plattenstößen unangenehm auf.

Tragende Bauteile und Leitungen prüfen

Eine klassische Trockenbau-Trennwand ist nicht tragend. Sie darf also keine Decke abstützen und ersetzt keine statisch relevante Wand. Prüfen Sie außerdem, ob sich im Boden, in der Decke oder in der angrenzenden Wand Stromleitungen, Wasserrohre oder eine Fußbodenheizung befinden.

Bei einer Mietwohnung sollte ich mir die Zustimmung des Vermieters schriftlich geben lassen, besonders wenn Boden und Decke angebohrt werden. Baurechtlich sind nichttragende Innenwände innerhalb einer Wohnung häufig genehmigungsfrei, die genaue Regel hängt aber von Bundesland, Gebäude und Nutzung ab. Bei einer neuen Wohneinheit, einem Fluchtweg oder besonderen Brandschutzanforderungen gehört die Planung in Fachhände.

Die passende Wandstärke wählen

Für eine platzsparende Wand reichen oft CW-Profile mit 50 oder 75 mm. Mit 75 mm Profilen, Dämmstoff und je einer 12,5-mm-Gipsplatte pro Seite entsteht eine Wand von ungefähr 100 mm Stärke. 100-mm-Profile bieten mehr Platz für Installationen und eine bessere Basis für Schallschutz, brauchen aber entsprechend mehr Raum.

Eine Tür, schwere Regale oder ein Waschtisch verändern den Aufbau. In diesen Bereichen plane ich Verstärkungen aus UA-Profilen, Holz oder zugelassenen Montageelementen ein, statt später auf gut Glück in die Platte zu dübeln.

Material und Bauweise sinnvoll auswählen

Die Standardlösung besteht aus einem Metallständerwerk und Gipsplatten. Metallprofile sind maßhaltig, leicht zu schneiden und für Renovierungen angenehm sauber zu verarbeiten. Holzständer funktionieren ebenfalls, reagieren aber stärker auf Feuchtigkeit und benötigen besonders gerade, trocken gelagerte Hölzer.

Variante Geeignet für Stärken Grenzen
50-mm-Ständerwand Raumteiler, kleine Nischen Sehr platzsparend, wenig Material Weniger Platz für Dämmung und Leitungen
75-mm-Ständerwand Schlafzimmer, Homeoffice, Kinderzimmer Guter Kompromiss aus Stabilität und Platzbedarf Für sehr schwere Lasten oft zusätzliche Verstärkung nötig
100-mm-Ständerwand Stärkerer Schallschutz, Installationswände Mehr Dämmstoff und Installationsraum Spürbar höhere Wandstärke und Kosten
Holzständerwand Natürlich wirkende Innenausbauten Gute Befestigungsmöglichkeiten, vertrautes Material Aufwendigeres Ausrichten, mögliche Bewegungen des Holzes

Zusätzlich brauchen Sie UW- und CW-Profile, Dichtungsband, passende Dübel, Schnellbauschrauben, Gipsplatten, Fugenspachtel und Dämmstoff. Für ein Homeoffice genügt meist eine 12,5-mm-Platte je Seite. Bei höherer Belastung, besserem Schallschutz oder Brandschutz ist eine zweilagige Beplankung sinnvoll.

Im Bad dürfen normale Gipsplatten nicht einfach verwendet werden. Dort kommen impräg­nierte Platten für übliche Feuchtebereiche oder speziell zugelassene zementäre beziehungsweise gipsgebundene Systeme für stärker belastete Bereiche zum Einsatz. Entscheidend ist nicht nur die Platte, sondern der komplette geprüfte Wandaufbau.

Eine Trennwand Schritt für Schritt aufbauen

1. Verlauf markieren und Profile vorbereiten

Schneiden Sie die UW-Profile für Boden und Decke auf Länge und bekleben Sie deren Rückseite mit Trennwand-Dichtungsband. Das reduziert Schallübertragung und gleicht kleine Unebenheiten aus. Bei Brandschutz- oder erhöhten Schallschutzanforderungen reicht irgendein Schaumstoffband nicht automatisch aus, hier muss das Systemmaterial verwendet werden.

Befestigen Sie die Profile passend zum Untergrund mit zugelassenen Dübeln oder Schrauben. Der Befestigungsabstand liegt bei einfachen Konstruktionen oft im Bereich von 50 bis 80 cm, an den Enden und in Ecken enger. Bei Beton, Mauerwerk, Holz und Trockenbaudecken gelten unterschiedliche Befestigungsmittel.

2. CW-Profile einsetzen und ausrichten

Die senkrechten CW-Profile werden in die UW-Profile gestellt. Schneiden Sie sie in der Regel etwa 10 bis 15 mm kürzer als die Raumhöhe, damit sie sich spannungsfrei einsetzen lassen. Die offene Seite der Profile sollte in dieselbe Richtung zeigen, damit die Platten später gleichmäßig verschraubt werden können.

Ein Achsabstand von 62,5 cm passt zu vielen Plattenformaten mit 1,25 m Breite. Bei 60-cm-Platten oder besonderen Systemen kann ein anderer Abstand erforderlich sein. Ich halte mich hier immer an die Angaben des Plattenherstellers, weil ein falscher Abstand zu wackelnden Platten und ungünstigen Fugen führt.

3. Türöffnung und Installationen einbauen

Eine Türöffnung wird vor dem Beplanken konstruiert. Für eine normale Innentür reichen je nach System verstärkte Profile, bei schweren Türen oder großen Öffnungen sind UA-Profile die sicherere Wahl. Die genaue Öffnung muss zur späteren Zarge passen, nicht nur zum Türblatt.

Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt für Kabel, Steckdosen und Netzwerkleitungen. Elektroarbeiten gehören in Deutschland grundsätzlich in die Hände einer Elektrofachkraft. Leitungen sollten außerdem so geführt und geschützt werden, dass sie später beim Bohren nicht leicht getroffen werden.

4. Erste Wandseite beplanken

Die Gipsplatten werden möglichst hochkant montiert und mit passenden Schnellbauschrauben an den CW-Profilen befestigt. Zum Boden lasse ich eine kleine Bewegungs- und Anschlussfuge von etwa 3 bis 4 mm, die später elastisch geschlossen wird. Die Plattenstöße dürfen nicht alle auf derselben Höhe liegen.

Schrauben Sie in die Profile, nicht in die offenen Zwischenräume. Schraubenköpfe sollen leicht versenkt sein, aber die Kartonoberfläche nicht durchreißen. Bei zweilagiger Beplankung werden die Fugen der zweiten Lage gegenüber der ersten Lage versetzt.

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5. Dämmung einlegen und zweite Seite schließen

Nach der ersten Wandseite lässt sich die Dämmung bequem in die Gefache stellen. Für den Schallschutz verwende ich passgenaue Mineralwolle für Trennwände, die den Hohlraum vollständig ausfüllt, ohne stark zusammengepresst zu werden.

Hohlräume, offene Fugen und ungedämmte Bereiche verschlechtern das Ergebnis deutlich. Danach werden die zweite Plattenseite montiert, die Fugen verspachtelt und die Oberfläche je nach gewünschter Optik auf Qualitätsstufe Q2 bis Q4 vorbereitet. Für eine glatt gestrichene Wand reicht Q3 oder Q4, unter Tapeten genügt häufig Q2.

Schallschutz, Brandschutz und Feuchtigkeit richtig berücksichtigen

Eine leichte Wand kann erstaunlich ruhig sein, wenn sie richtig aufgebaut ist. In der Praxis entscheidet jedoch weniger die einzelne Spezialplatte als die Kombination aus Masse, Dämmstoff und Entkopplung. Schall findet seinen Weg oft über schlecht abgedichtete Anschlüsse, Steckdosen oder angrenzende Bauteile.

Für ein Schlafzimmer neben einem Wohnbereich genügt meist eine gedämmte 75-mm-Wand mit beidseitiger Beplankung. Bei Musik, lauten Haushaltsgeräten oder zwei getrennten Wohnungen sollte ich eine geprüfte Schallschutzkonstruktion mit zweilagiger Beplankung oder getrennten Ständerreihen planen. Die DIN 4109 beschreibt Mindestanforderungen im Hochbau, ersetzt aber keine genaue Planung für den konkreten Bestand.

Brandschutz lässt sich nicht durch eine beliebige rote oder besonders dicke Platte garantieren. Feuerwiderstandsklassen wie EI30 oder EI60 gelten nur für geprüfte Gesamtsysteme, einschließlich Profile, Schrauben, Fugen und Anschlüsse. Wird die Wand Teil eines Fluchtwegs oder trennt sie Nutzungseinheiten, sollte ein Fachbetrieb den Aufbau festlegen.

Im Bad kommt zusätzlich der Feuchteschutz hinzu. Abdichtungen im Spritzwasserbereich, geeignete Platten und fachgerecht ausgeführte Durchdringungen sind wichtiger als ein attraktives Oberflächenfinish. Eine normale Trockenbauwand ist keine Abdichtung für eine Dusche.

Mit diesen Kosten und diesem Zeitaufwand rechnen

Die Kosten hängen stark davon ab, ob Sie selbst montieren, wie viele Seiten beplankt werden und ob Tür, Elektroinstallation, Dämmung oder besondere Platten dazukommen. Die folgenden Werte sind grobe Brutto-Orientierungen für 2026 und keine Festpreise.

Ausführung Material bei Eigenleistung Fachbetrieb inklusive Montage
Einfache Wand, einlagig, ohne besondere Dämmung etwa 20 bis 40 Euro pro m² etwa 35 bis 75 Euro pro m²
Gedämmte Wand, beidseitig beplankt etwa 30 bis 55 Euro pro m² etwa 60 bis 120 Euro pro m²
Schallschutz- oder Feuchtraumsystem etwa 45 bis 80 Euro pro m² oft 90 bis 160 Euro pro m²
Standard-Innentür mit Zarge etwa 200 bis 500 Euro zusätzlich etwa 350 bis 800 Euro zusätzlich

Bei einer vier Meter langen und 2,50 Meter hohen Wand entstehen 10 m² Wandfläche pro Seite. Material wird also für beide Plattenseiten benötigt, während Anbieter ihre Preise nicht immer gleich berechnen. Fragen Sie deshalb nach, ob Spachteln, Schleifen, Türöffnung, Dämmung, Anfahrt und Entsorgung im Angebot enthalten sind.

Geübte Heimwerker schaffen eine einfache Wand ohne Tür meist an einem Wochenende. Mit Tür, Installationen und sauberer Oberflächenqualität sind eher zwei bis drei Arbeitstage realistisch. Das Spachteln und Schleifen wird häufig unterschätzt, weil mehrere Arbeitsgänge mit Trocknungszeiten nötig sind.

Typische Fehler, die später teuer werden

  • Ohne Prüfung in den Boden bohren: Bei Fußbodenheizung oder unbekannten Leitungen zuerst Bauunterlagen und Leitungsortung prüfen.
  • Dichtungsband weglassen: Die Wand steht zwar trotzdem, überträgt aber deutlich leichter Schall und kann an den Anschlüssen knarren.
  • CW-Profile falsch stellen: Unregelmäßige Abstände erschweren die Plattenmontage und schwächen die Konstruktion.
  • Die Türöffnung zu knapp planen: Zargen benötigen definierte Rohbaumaße, die vom konkreten Türsystem abhängen.
  • Schwere Möbel nur an der Platte befestigen: Für Hängeschränke, Waschtische und TV-Halterungen müssen Verstärkungen früh eingebaut werden.
  • Schallschutz mit Akustikpaneelen verwechseln: Paneele verbessern den Hall im Raum, ersetzen aber keine gedämmte und entkoppelte Wand.
  • Plattenfugen nicht versetzen: Durchlaufende Kreuzfugen erhöhen das Risiko von Rissen.

Der häufigste Fehler ist nach meiner Erfahrung eine zu knappe Planung. Wer nur die sichtbare Fläche misst, vergisst Türzarge, Sockelleiste, Steckdosen, Wandstärke und die Richtung, in der eine Tür später aufschwingt.

Eine klare Wandplanung spart später Platz und Nerven

Für eine normale Raumteilung ist eine gedämmte 75-mm-Metallständerwand mit beidseitiger 12,5-mm-Beplankung ein ausgewogener Ausgangspunkt. Sie bleibt schlank, verbessert die Raumakustik und lässt sich bei einer späteren Grundrissänderung vergleichsweise leicht zurückbauen.

Vor dem Einkauf lohnt sich eine maßstäbliche Skizze mit Wandlänge, Höhe, Tür, Steckdosen und Befestigungspunkten. Wer außerdem das konkrete Plattensystem und die Herstellerangaben für Schall-, Brand- oder Feuchteschutz beachtet, vermeidet die typischen Reparaturen an einer Wand, die eigentlich mehr Ruhe und Ordnung ins Zuhause bringen sollte.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für das Ständerwerk werden UW-Profile am Boden und an der Decke sowie senkrechte CW-Profile verwendet. 50-mm-Profile sparen Platz, 75-mm-Profile bieten einen guten Kompromiss aus Stabilität, Dämmung und Raumverlust. 100-mm-Profile sind sinnvoll, wenn mehr Installationsraum oder Schallschutz benötigt wird.
Ein Achsabstand von 62,5 cm passt zu vielen Gipsplatten mit 1,25 m Breite. Bei 60-cm-Platten oder speziellen Systemen kann ein anderer Abstand vorgeschrieben sein. Maßgeblich sind immer die Angaben des Plattenherstellers.
Eine passgenaue Mineralwolldämmung, sorgfältig abgedichtete Anschlüsse mit Dichtungsband und eine beidseitige Beplankung verbessern den Schallschutz deutlich. Für höhere Anforderungen kommen eine zweilagige Beplankung oder getrennte Ständerreihen infrage. Steckdosen, offene Fugen und ungedämmte Hohlräume können den Schallschutz erheblich verschlechtern.
Eine einfache Wand kostet bei Eigenleistung ungefähr 20 bis 40 Euro pro m² für das Material, mit Fachbetrieb etwa 35 bis 75 Euro pro m². Eine gedämmte, beidseitig beplankte Wand liegt meist bei 30 bis 55 Euro pro m² in Eigenleistung beziehungsweise 60 bis 120 Euro pro m² inklusive Montage. Tür, Zarge, Installationen und besondere Schall- oder Feuchtraumsysteme kommen gegebenenfalls hinzu.
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Autor Verena Fischer
Verena Fischer
Mein Name ist Verena Fischer und seit 3 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen skandinavisches Wohnen, Garten und Licht. Diese Leidenschaft hat sich aus meiner Faszination für die nordische Lebensart entwickelt, bei der Funktionalität, Gemütlichkeit und eine tiefe Verbindung zur Natur im Vordergrund stehen. Auf myscandiliving.de teile ich meine Erkenntnisse und Ideen, wie man diese Prinzipien in den eigenen vier Wänden und im Außenbereich umsetzen kann. Dabei lege ich Wert darauf, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und praktische Tipps zu geben, die inspirieren und leicht umsetzbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, mehr Licht, Wärme und nordisches Flair in Ihr Leben zu bringen.
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